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Urheberrecht und soziale Netzwerke

GASTBEITRAG von Isabel Frankenberg – Über die sozialen Netzwerke verbreiten die Menschen heutzutage eine Vielzahl an Daten und Informationen. Nicht selten werden dabei Dateien oder Bilder geteilt, auf die ein Urheberrecht Dritter besteht. Da jedoch auch in der digitalen Welt Vorschriften herrschen, die beachtet werden müssen, können bei einer Urheberrechtsverletzung hohe Strafen folgen. Der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. klärt in seinem kostenlosen Ratgeberportal auf.

Das Urheberrecht – Aufgabe und Ziel

Das Urheberrecht definiert die juristische Beziehung zwischen einem Schöpfer und seinem Werk. Ziel ist es, diesem eine angemessene finanzielle Vergütung für die Nutzung seines Werkes sicherzustellen und zudem die Schöpfung, bei der es sich um Bilder, Fotografien, Schriftwerke und vieles mehr handeln kann, zu schützen.

Die Basis dafür bilden folgende, im Urheberrechtsgesetz (UrhG) formulierte, Rechte:

  • Die Urheberpersönlichkeitsrechte

  • Die Verwertungsrecht

  • Die Nutzungsrechte.

Verstoß gegen das Urheberrecht bei Social Media

Eine Urheberrechtsverletzung hat zum Teil schwere Konsequenzen, wie z.B. eine Abmahnung oder eine Schadensersatzforderung, zur Folge. Dabei ist es egal, ob sich diese in der realen oder digitalen Welt ereignet. Daher sollten die Nutzer von Facebook, Twitter und Co. ausführlich über die im Internet geltenden Vorschriften informiert sein.

Zu den häufigsten Verstoßen über die sozialen Netzwerke zählen die Verwendung fremder Werke, die Missachtung des Rechts auf Anerkennung der Urheberschaft sowie die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Werken.

Zwar ist die Verbreitung von Fotografien und Bildern auf den Portalen erwünscht, dennoch lauern hierbei einige Gefahren, so z.B. bei der Verwendung und Verbreitung fremder Werke oder beim unerlaubten Upload von Bildern, auf denen Dritte ohne ihre Erlaubnis abgebildet sind.

Das Urheberrecht beim eigenen Profilbild

Viele Nutzer laden regelmäßig neue Profilbilder hoch. Hierbei besteht zunächst auch kein Problem, wenn es sich um Fotografien handelt, auf denen nur dieser abgebildet ist. Da sich einige Menschen jedoch ein Stück Privatsphäre wahren wollen, laden sie Bilder von Prominenten sowie Comic-oder Zeichentrickfiguren hoch. Auf diese Werke besteht jedoch meist ein Urheberrecht, welches beim Zeichner oder Fotografen liegt. Möchte ein Nutzer ein solches Foto hochladen, muss er zunächst um Erlaubnis fragen oder sogar eine entsprechende Lizenz erwerben.

Die Verwendung fremder Werke stellt immer ein hohes Risiko auf eine Abmahnung dar. Ohne die ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers dürfen diese nicht hochgeladen werden. Andernfalls gilt ein solcher Upload als eine öffentliche Zugänglichmachung und wird laut §19a UrhG als Urheberrechtsverletzung gewertet.

Auch die Verwendung eigener Fotos kann zur Urheberrechtsverletzung führen

Doch nicht nur die Verwendung fremder Werke stellt Risiken dar. Auch beim Upload eigener Fotografien muss einiges beachtet werden. Hier spielt das Kunsturheberrecht, genauer der §22 KunstUrhG, eine wichtige Rolle. Dieser besagt, dass Fotos nur dann veröffentlicht werden dürfen, wenn alle darauf abgebildeten Personen mit der Verbreitung einverstanden sind. Laden Nutzer hingegen ein Foto hoch, auf denen Dritte ohne ihr Wissen abgebildet sind, handelt es sich um einen Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz.

Das Recht auf Namensnennung

Ein weiteres Recht wird dem Urheber durch den §13 UrhG zugesichert. Hierbei handelt es sich um das Recht auf Namensnennung. Äußert dieser also den ausdrücklichen Wunsch, dass sein Name in irgendeiner Form erwähnt wird, muss der Nutzer diesem nachkommen. Dies ist beispielsweise durch einen sogenannten „Copyright-Vermerkt“ möglich.

Das Urheberrecht durch die Bildbearbeitung umgehen – Ist das möglich?

Viele Nutzer glauben, das Urheberrecht durch die Bildbearbeitung umgehen zu können. Hierbei handelt es sich jedoch um einen Irrglauben, denn auch die Verbreitung bearbeiteter Bilder bedarf der ausdrücklichen Erlaubnis des Urhebers. Zudem wird durch eine Bearbeitung kein gänzlich neues Werk geschaffen.

Der §14 UrhG findet in einem solchen Fall ebenfalls Anwendung. Dieser sieht vor, dass ein Urheber der Entstellung seines Werkes vorbeugen und diese verhindern darf.

Weitere Informationen zum Thema „Urheberrecht und Social Media“ finden Sie unter www.urheberrecht.de.

Über den Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.

Der BvdR. E.V. ist der Zusammenschluss von Rechtsjournalisten und Rechtsanwälten aus ganz Deutschland, die Rechtsbeiträge zu verschiedensten Themen auf den Portalen arbeitsvertrag.org, scheidung.org, abmahnung.org und rechtsanwaltfachangestellte.org veröffentlichen.

Der Verband wurde im August 2015 von dem Rechtsanwalt Mathis Ruff in Berlin ins Leben gerufen. Übergeordnetes Ziel ist es, umfassende Informationsportale zu schaffen, auf denen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über sämtliche relevanten Rechtsbereiche in Deutschland informieren können. Zudem wird ein deutschlandweites Anwaltsverzeichnis aufgebaut und gepflegt. Der Verband sieht sich an dieser Stelle ausschließlich als Informationsplattform und bietet daher keine Rechtsberatung an.

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Beitragsbild pixabay CC0

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