Mit dem Regionsblog Gäste gewinnen

Was Regionalmarketing mit einem Regionsblog heute online vermag, können wir gar nicht hoch genug schätzen. Denn vor 15 Jahren veröffentlichten wir noch eigene Regionszeitungen zur Imagebildung und Positionierung der zu bewerbenden Region. Das geht heute viel flexibler, kundenorientierter und nachhaltiger.

Business erst mit Internet

Ein Tischler, der Alltagsfahrzeuge zu Campingfahrzeugen umbaut, brachte mich auf die Idee für diesen Blogbeitrag. Er meinte: “Erst seitdem wir ins Internet-Marketing investieren und da dick da sind, läuft das Geschäft.” Danach schwang er sich aufs Mountainbike und fuhr eine Runde durchs Waldviertel bei Schrems.

Dort stand ich nämlich, beim Moorbad auf einem freien Stellplatz. Denn ich hatte eine Fototour für meinen Arbeitgeber zu absolvieren, mit einem neuen Wohnmobil. Mir fiel auf, ich fand recht mühsam diesen Stellplatz bei Schrems. Und erst dort fiel mir ein Prospekt für Campingplätze im Waldviertel in die Hände. Ich verließ mich auf den ACSi-Führer, der ist mager, was kleine oft sehr feine Plätze anbelangt. Und im Netz muss ich die genauen Suchbegriffe (mit denen mögliche Seiten verschlagwortet sind) eingeben, um das Passende zu finden. So blieb mir vor Reiseantritt der Beigeschmack, nicht umfassend informiert in die Region zu fahren. Es verteilt sich die Info auf viele verschiedene Medien und Webseiten. Das macht die Reiseplanung mühsam. Ein gutes aktuelles Waldviertel-Blog fand ich nicht.

Go Online!

Die Lösung: Online-Marketing mittels Regionsblog. In einem solchen finde ich authentische Geschichten, Einblick in die Infrastruktur der Region und was mich dort erwartet.

Ende 1990er Jahre startete ich selbst ein Zeitungsprojekt, mit dem eine Region positioniert und ein positives Image aufgebaut werden sollte. Als die Mittel dafür nicht mehr flossen (das war nach 2 Jahren, da das Regionsprojekt zeitlich auch begrenzt finanziert war), gab es die Zeitung nicht mehr. Das wurde mit großem Bedauern auch von den Menschen in der Region wahrgenommen. Da die Zeitung, die den Namen “Gurktaler Vierjahreszeitung” trug, nur Berichte aus der touristischen Region brachte, half sie diese zu positionieren. Natürlich lag dieses Format auch in Tourismusbetrieben auf und informierte damit auch die Gäste des Gurktales.

Das alles geht jetzt viel einfacher. Ein Regionsblog ist redaktionell flexibel. Der Inhalt bleibt immer verfügbar, und verschwindet nicht, wie bei besagter Regionszeitung in der Nationalbibliothek.

Mit dem Regionsblog erreicht man perfekt die Zielgruppe. Weil sich eben 80 % der Urlauber im Netz über ihre Destination informieren. Finden sie dort nichts, wird ihre Wahl höchstwahrscheinlich auf jene Region oder Destination fallen, über die sie sich im Internet informieren können.

Deswegen ist Online-Marketing so wichtig für Regionen. Ganz besonders dann, wenn sie vom Tourismus und öffentlicher Bekanntheit profitieren bzw. darauf angewiesen sind.

Blog versus Infoportal

Klar, gibt man “Waldviertel Camping” in eine Suchmaschine wie Google ein, dann findet man schon diese Seite. Doch sie ist kein Blog, sie ist nur ein Informationsportal. Was ich aber als Urlauber suche, ist Inspiration. Sind Geschichten über eine Region, die mir diese vorstellen, mit den Menschen und Landschaften darin. Mit dem Essen dazu, persönlichen Erlebnissen und allerlei über die Bloggerin oder den Blogger selbst. So kann ich mich inspirieren lassen und bekomme Lust, selbst einmal dorthin zu erfahren und das zu erleben, wovon das Blog berichtet.

Informationsportale wie das hier beschriebene haben außerdem das Problem, dass sie von Google gefunden werden müssen. Gibt man als unbedarfter Sucher nicht die richtigen Suchbegriffe ein, findet man das hier verlinkte Portal nicht. Schon der veränderte Suchbegriff “Camping Niederösterreich” führt auf unüberschaubare Listen von Seiten. Und schreckt damit eher ab, sich alle Seiten einzeln durchsehen zu müssen. Recherche wird dadurch mühsam. Das ist wenig zielgruppenfreundlich.

Regionsblog, News

Das Regionsblog bringt die News aus deiner Region. Foto: pixabay.

Ein Regionsblog ist echt

Ich schrieb schon früher einmal über Authentizität und Blogs im Tourismus. Genau das leisten nämlich Regionsblogs. Sie werden viel echter, authentischer und nachvollziehbarer für den Blogleser wahrgenommen, als dies je ein Prospekt oder eine bloße Info-Seite zu leisten vermag. Und sie nehmen den Blogleser mit in die Welt des Blogs, in die Region mit all ihren Schönheiten und Angeboten.

Ja, man muss auch ein Regionsblog als professionelle Marketingmaßnahme sehen, dafür Ressourcen bereit stellen und es mittel- bis langfristig ansetzen. Aber das ist ein Kennzeichen jeden guten Marketings. Und wie beim Konsum herkömmlicher Medien, möchten auch Blogleser wissen, wer hier schreibt. Denn Blogs bringen immer nur eine persönliche Sicht. Also sollten sie personalisiert sein, auch wenn es sich um ein Regionsblog handelt. Das macht sie ja zum authentischen Kommunikationsinstrument für Regionen.

Zusätzlich tut man gut daran, sich von klassischer Werbesprache für ein solches Regionsblog zu verabschieden. Denn dabei geht es um Geschichten, die über die Region erzählt werden. Wie dies auch eine Zeitung oder ein Magazin vermag. Storytelling ist angesagt. Nur eben online, mit Fotos, Videos und Text. Kombiniert mit den für die Zielgruppe passenden Socialmedia Kanälen. Dabei sollte auf Videoplattformen keinesfalls vergessen werden – Stichwort “Branding” mittels virtueller Rundgänge durch Museen der Region, Botschaften, Events,… Das hier ein “Wir-Gefühl” mit Socialmedia Aktivitäten wie Blogs aufgebaut werden kann, darauf weist Seidel in seinem Buch “Regionalmarketing als räumliches Steuerungs- und Entwicklungsinstrument” (Seite 275) deutlich hin.

Regionsblog, Socialmedia Marketing

Das Regionsblog gehört zur Socialmedia Marketing Strategie einer Tourismusregion. Foto: pixabay.

Beispiele

Das PARADE BEISPIEL: Die “Inselgeheimnisse” von der Nordsee Insel Juist – ein perfekt personifiziertes Blog, das die Region bewirbt. Und hinter der auch die Region als Macher steht!

Und ganz ehrlich gesagt, ich finde kein weiteres adäquates Beispiel für ein derart gut aufgemachtes Regionsblog in Österreich oder Deutschland. Denn die meisten ihrer Art sind entweder viel zu werbelastig oder werden nicht von der Region betrieben. Diese privaten Blogs, die als Regionsblog daherkommen, haben dann immer einen Themenschwerpunkt, wie beispielsweise das Südtirol Blog mit Wandern und Bergwelt. Es fehlt ihnen auch meist die professionelle Umsetzung.

Schlimm wird es dann, wenn die Kontinuität der Beiträge zu wünschen übrig lässt. Man sich auf einem Blog zu einer Region wiederfindet, dessen letzter Eintrag vom September 2015 stammt. In diesem Fall wird die Form eines Blogs als Landingpage oder Microsite (für Wintertourismus Ötztal) missbraucht. Damit nimmt man sich das Potenzial für authentische Customer Communications. Ich traue mich zu sagen, dass Blogleser von dieser Seite wieder zügig abspringen, weil sei nicht die für Blogs typischen personifizierten Beiträge finden.

Was ein Blog von einer Landingpage unterscheidet, darüber werde ich demnächst berichten. Denn zu oft treffe ich auf solche falsch verstandenen Blogs im Tourismus bei meinen Internetrecherchen.

Wer noch andere Regionsblogs kennt, die ähnlich konzipiert und befüllt werden, wie die “Inselgeheimnisse”, dann schreibt mir bitte einen Kommentar mit Link dazu. Danke!

Blogger, Marketing, Medien, Online

Blogger sind Profi-Socialmedia Marketer, keine Werbetexter, sondern Medienmacher. Foto: pixabay.

Zusammenfassung Regionsblog

  • Regionsblog als professionelles Marketinginstrument in die langfristige Socialmedia Strategie der Region einbinden
  • Finanzierung von der Region, und personifizierter Auftritt nach außen
  • Das Regionsblog schreibt ein Gesicht, eine Person zum Angreifen; auch ein Reisemaskottchen könnte als Stellvertreterperson diese Aufgabe übernehmen.
  • Menschen erzählen lassen, das Regionsblog agiert wie ein Magazin, Storytelling als Erzählform
  • Videokanäle einbinden (“Regions-TV”) wie Youtube, Vimeo,…
  • An die Sprache der Zielgruppe denken. Beispielsweise könnten italienische Regionen ein deutschsprachiges Regionsblog betreiben, wenn die Gästezielgruppe zu einem hohen Prozentsatz aus dem deutschsprachigen Raum stammt. “Customer First!”
  • Regionsblogger sind Professionalisten. Bloggen ist kein Job für Praktikanten oder allgemeine, klassische Werbetexter. Blogger müssen fotografieren, filmen, recherchieren und schreiben können. Sie müssen etwas von SEO verstehen und ihre Maßnahmen in Socialmediakanäle der Region einbinden. Sie sind MEDIEN-MACHER.
  • Regionsblogs sind eine Spielart des Influencer-Marketings und dienen der Positionierung, der Imagebildung, dem Branding und der Kundenbindung.

Abschließend noch eine Empfehlung: Nimm dir einen Regionsblogger, der deine Region liebt. Der vor Ort ist, dem du ermöglichst, in der Region frei unterwegs zu sein, um die Geschichten zu entdecken, die deine Gäste faszinieren. Es hilft dir beispielsweise wenig, einen Skandinavien-Outdoor-Fan als Blogger und Socialmedia Marketer für eine Region anzustellen, die sich mit mediterranem, südländischem Charme, kulinarischen Raffinessen und Kulturgütern auszeichnet.

Wenn du Fragen für dein Regionsblog hast, kontaktiere mich doch einfach. 😉

Beitragsbild pixabay CC0

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<p>Socialmedia Marketer | Content Marketer und Reisende aus Leidenschaft. Liebt Road-Trips, das Fahren steht im Vordergrund. Bevorzugte Reiselektüre: Thriller auf einsamen Übernachtungsplätzen lesen. Bevorzugte Destinationen: Küstenlandschaften und Weltkulturerbe.<br />
Aktuell schreibe ich an einer Masterthesis über Socialmedia Strategie aus Sicht der Millenials.</p>
<p>Du hast fragen?<br />
Nur zu, ich freue mich auf deine Email:<br />
angelika@entdecktdiewelt.com</p>

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