Marketingmaßnahmen und Ziele

Ich möchte heute an meinen jüngsten Beitrag zum Online Marketing vom 10. Jänner anknüpfen und auf Marketingmaßnahmen zu sprechen kommen. Glaubst du, es ging früher im Marketing ohne Ziele? Ohne spitz formulierten Zielgruppen? Eigentlich nicht. Man konnte sich aber durchwursteln und rausschwindeln. So blieben die Marketingziele sehr grob umrissen, die Zielgruppe ungenau. Und die Maßnahmen in Werbung kosteten viel Geld und fuhren enorme Streuverluste ein.

Jetzt wirst du sagen: “Klar konnte ich meine Marketingmaßnahmen messen! Und auf jeden Fall hatte ich schon damals ein Ziel und wusste, wen ich anspreche.”

Ich antworte dir aber: “Nein, das konntest du nicht! Dein Ziel war viel zu grob und offen formuliert. Deine User, Nutzer, Zielgruppe hast du nur grob beschrieben.” Du musstest außerdem aufgrund dieser groben Zielgruppendefinition den Streuverlust bei jeder Werbemaßnahme großzügig mit einrechnen. Und du wusstest nicht, ob jemand dein Inserat wirklich in der Zeitung gelesen bzw. ob er es erfasst und darauf entsprechend gehandelt hatte (=Kauf, Action). Und du hast bestimmt nicht bei Neukunden danach gefragt, woher sie kamen, was ausschlaggebend für ihren Erstkauf bei dir war.

Die Persona gibt es erst seit 1999

Auch kanntest du den Begriff der Buyer-Persona nicht. Den Urtyp deines Nutzers oder Kunden. Denn dieser Begriff kam erst mit der Gestaltung von digitalen Benutzeroberflächen auf, wurde von Alan Cooper erstmals 1999 beschrieben, Apple beschäftigte sich seit 1993 mit Personas, Microsoft seit 1995. Damit ist die Buyer-Persona auch ein Arbeitsmittel fürs Marketing, das erst durch das Internet entstand und notwendig wurde.

Fakt ist, wenn du früher Werbung gemacht hast, dann benötigtest du auch nur eine grobe Vorstellung von Zielgruppe und deinen Kunden. Das waren die Leute, die man mit “Familien”, “Schüler” oder “Hochschulabsolventen” großzügig beschreiben konnte. Oder die man mal schnell einer Altersgruppe zugewiesen hatte oder einer geografischen Region. Dazu kam dann ein Prozentsatz bei der Neukundeakquise, den man erreichen konnte. Über den Daumen gepeilt hieß das:  3 bis 5 Prozent kommen bei Postwurfsendung neu hinzu. Und fertig war das Marketing-Werbekonzept und die Zieldefinition. Marketingmaßnahmen heute müssen aber viel genauer sein.

Jetzt wird es viel genauer

Streuverluste gibt es in Zeiten des digitalen Marketings so gut wie nicht mehr. Im Gegenteil, du siehst jetzt genau, was dich jeder neue Kunde, jeder Kauf, jede Buchung, jeder Besuch deiner Webseite, jeder Abschluss eines Newsletter-Abos usw. kostet. Das funktioniert auf den Cent genau! Der Grund: Du kannst deine Zielgruppe exakt ansprechen und dort abholen, wo sie sich gerade im Internet herumtreibt. Nämlich in Suchmaschinen, sozialen Netzwerken, auf Wetterseiten, am Routenplaner, auf Nachrichtenportalen und natürlich per Email. Das beschrieb ich ja im vergangenen Beitrag mit dem Titel “Ohne online geht gar nix mehr”.

Und da es jetzt viel genauer abläuft mit dem Marketing, musst du ein gutes Ziel haben und ein gutes Marketingkonzept für deine Firma. Zu einem solchen guten Konzept gehören dann noch die Prototypen deiner Kunden, deine Buyer-Personas. Darüber habe ich bereits geschrieben, welche Aufgaben du zu erledigen hast, willst du ins Online Marketing investieren. 😉

3 große Ziele im Marketing

Auf diese Rahmenbedingungen aufgesetzt, wirst du im Marketing heute viel genauer vorgehen und kannst auch genauer definieren, wohin du willst. Wohin dich deine Maßnahmen in Werbung und öffentlichem Auftritt deines Unternehmens führen sollen. Generell hast du dabei 3 Möglichkeiten, denen man Marketingziele zuordnet:

  1. Du machst Branding. Das heißt, deine Marke, dein Image soll bekannter werden, deine Firma und Angebote sollen mehr Menschen kennenlernen. Die potenziellen Kunden sollen erfahren, dass es dich gibt, und was sie bei dir bekommen. Also soll dein Marktanteil erhöht werden und du willst dich bzw. dein Unternehmen sympathisch gegenüber neuen Kunden präsentieren. Damit unterscheidest du dich dann auch vom Mitbewerb. Am Ende kennen dein Unternehmen mehr Menschen.
  2. Du investierst in Performance. Also willst du den Verkauf deiner Produkte steigern, den Absatz fördern. Oder du willst mehr Traffic auf deiner Webseite und dass die Besucher dort mehr Interaktionen ausführen. Das sind beispielsweise Kaufabschlüsse, Buchungen, Anmeldungen für Newsletter, Terminvereinbarungen für Sitzungen oder Beratungsgesprächen etc. Welcher Art die Interaktionen sind, hängt ganz von deinem Angebot ab.
  3. Du setzt auf Dialog. Dabei beschäftigst du dich mit Kunden bzw. mit deiner Zielgruppe. Bindest sie in Entwicklungsprozesse (eventuell sogar in die Produktentwicklung) ein. Das funktioniert beispielsweise über Socialmedia. Beim Dialog wird nicht verkauft. Vielmehr betreibt man Kundenbindung oder man aktiviert Kunden dazu, wieder einen Kauf zu tätigen oder bietet ihnen über das Angebot hinaus qualitätsvollen Mehrwert (Service, Zusatzinfos in Form von Whitepapers, bestimmte Features als Stammkunde,…).

Go online, Go responsive!

Liebe Firmenleiter, viele von euch mögen glauben, dass Facebook, Google plus, Pinterest oder Twitter als online Marketingmaßnahme genügt. Dem ist aber nicht so. Zuerst kommt eine responsive Webseite, die quasi euer Geschäftslokal in der virtuellen Welt darstellt. Bevor du die nicht hast, wird dir Marketing in sozialen Medien und im Internet ganz generell nicht den Erfolg bringen, den du dir davon vielleicht erwartest.

Und diese Firmenwebseite, die natürlich mit dem Smartphone gut lesbar ist (deswegen nennt man sie ja “responsive”), stellt die Basis deiner online Kommunikation dar. Sie ist Teil deines Brandings, erfüllt Aufgaben für den Verkauf (Performance) und den Dialog mit deinen Kunden. Du benötigst sie, weil rund 80 Prozent der Onliner deine Webseite und Internetauftritte mit dem Smartphone besuchen. Der Desktop dient nämlich langsam aus. 😉

Spezielle Mittel für Marketingmaßnahmen

In der Branche geht man davon aus, dass du dein Budget für deine Marketingmaßnahmen drittelst. Je ein Drittel fließt in Branding-, Performance- und Dialogmaßnahmen. Musst du deine Markenbekanntheit besonders stärken, dann setze für diesen Bereich bis zu 50 Prozent des Budgets ein. Denn ohne Branding wirst du nichts oder nur wenig verkaufen.

“Du kommst um Brandingmaßnahmen nicht herum.”

Branding – Die Firma/Marke bekannt machen

BRANDING – das sind große und informative Werbemittel, die im Online Marketing als Bannerwerbung möglich sind. Aber auch Audio- und Videowerbung sowie gezieltes Socialmedia Marketing helfen dir bei der Steigerung deiner Markenbekanntheit. Früher hast du Plakatwände beklebt, dein Firmenlogo am Fußballplatz platziert. Heute machst du genau diese Bannerwerbungen online. So wie früher verkaufst du auch mit online Branding nichts. Es dient ausschließlich dazu, dich bekannt zu machen. Richtig coole Bannerwerbung fürs Branding auf großen Online-Plattformen mit zehntausenden Kontakten kostet Geld. Richtig viel Geld. Dafür musst du 10.000 Euro pro Woche (!) investieren können. Hast du diese Kohle nicht, dann wirst du dir eine gute Marketingstrategie überlegen müssen. Ein Firmenmaskottchen, das du auf die Reise schickst, könnte so eine Brandingmaßnahme darstellen. Und beim Branding geht es auch immer ums Storytelling. Du erzählst eine Geschichte über das, was du mit deinem Angebot bei Kunden bewirkst. Dein USP (Unique Selling Proposition=Verkaufsvorteil) wird zur Story, die dich bekannt macht.

Performance – Den Absatz, Verkauf fördern

PERFORMANCE – sämtliche Marketingmaßnahmen, mit denen du deine Produkte, Angebote, Gewinnspiele, Aktionen etc. bewirbst. Das ist Suchmaschinenmarketing (SEM) mit Google AdWords mit Retargeting Maßnahmen, Facebook Ads oder Email-Marketing möglich.  Früher hast du Flyer gedruckt, eine Postwurfsendung verschickt, Gutscheine deinen Kunden per Post versendet. Damit ist Performance heute gemeint, aber es läuft alles online. Und, diese Maßnahmen dienen dem Verkauf. Die gute Nachricht: mit 500 Euro im Monat kannst du schon gutes SEM machen. Du solltest es aber das gesamte Jahr über betreiben. Also ein Jahresbudget von 6.000 Euro im Jahr kalkulieren. Beim Suchmaschinenmarketing kommt es auf Kontinuität an.

Dialoge führen – Kunden binden/einbinden

DIALOG – Kennst du Blogs, Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat oder WhatsApp? Dann bist du genau richtig bei den Dialogmaßnahmen. Denn hier finden sie statt, in den Socialmedia Netzwerken, auf Firmenblogs und in Foren. Du unterhältst dich quasi mit deinen Kunden und Interessenten. Hältst sie bei der Stange, schickst ihnen Infos zu deiner Arbeit, lässt sie hinter die Kulissen blicken, stellst deine Firma vor und lässt die Kunden am Firmenleben teilhaben. Dialogmaßnahmen kann man höchstens mit Hausmessen oder Kundenevents des klassischen analogen Marketings vergleichen. Mit dem Vorteil, du bist jetzt täglich, stündlich, jederzeit mit deinen Kunden im Dialog. Du lässt sie nicht mehr aus, bindest sie an dich, deine Firma und dein Produkte.

Fazit

Alle 3 Bereiche im Marketing solltest du mit Marketingmaßnahmen abdecken. Denke dran, Coca Cola hat einmal ein Jahr lang am Firmensitz in Atlanta kein Branding gemacht. Die Folge war ein 50-prozentiger Umsatzeinbruch. Man unterschätzte einfach die Notwendigkeit der Bewerbung der Markenbekanntheit und glaubte, in Atlanta kennt den Getränkehersteller sowieso jeder. Also mache schön brav Branding, Performance und Dialog! Das war früher schon so und gilt heute umso mehr.

Und genau dafür brauchst du richtig gute Online Marketer und einen Profi fürs Socialmedia Marketing. Und zwar spätestens dann, wenn du mit deinen Marketingmaßnahmen online gehst und du im Internet deine Kunden ansprechen willst.

***

In einem der nächsten Beiträge beschreibe ich, was sich in deinem Unternehmen vermutlich ändern wird, wenn du auf Online Marketing (digitales Marketing) umstellst. Die Firma ins digitale Zeitalter führst. Denn dieses zwingt jetzt auch zu internen Neustrukturierungen und völlig neuen Aufgaben, Jobs und Budgetverteilungen.

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<p>Socialmedia Marketer | Content Marketer und Reisende aus Leidenschaft. Liebt Road-Trips, das Fahren steht im Vordergrund. Bevorzugte Reiselektüre: Thriller auf einsamen Übernachtungsplätzen lesen. Bevorzugte Destinationen: Küstenlandschaften und Weltkulturerbe.<br />
Aktuell schreibe ich an einer Masterthesis über Socialmedia Strategie aus Sicht der Millenials.</p>
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Nur zu, ich freue mich auf deine Email:<br />
angelika@entdecktdiewelt.com</p>

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5 comments for “Marketingmaßnahmen und Ziele

  1. sabrine
    6. Juni 2017 at 20:49

    Vielen Dank für den Artikel!

  2. annelise
    13. Juni 2017 at 13:14

    Marketingmaßnahmen spielen für die Gewinnung von Kunden eine sehr wichtige Rolle. Deshalb macht es Sinn, sie gründlich vorzubereiten. Mit dem professionellen Planer wäre es am besten. Ich habe positive Erfahrungen mit https://proektainc.com/services/advertising-marketing-agency.html gemacht.

    • 2. August 2017 at 11:42

      vielen Dank für den Link und deine Infos. Ja, die Planung der Maßnahmen ist ganz besonders wichtig, und die ihr zugrunde liegende Strategie. Gerade daran mangelt es oft, weil Entscheidungsträger sich um die notwendigen strategischen Entscheidungen gerne drücken.

      sorry ob der späten Antwort,
      mein Bloggen hier litt unter Zeitmangel. Das soll sich jetzt wieder ändern.
      lG
      Angelika

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