Digitale Transformation: 95 Prozent sind Penner

angelika wohofskySONNTAGSGRÜSSE – Sitz ich doch intensiv an meiner Masterarbeit und wälze Literatur. Lauter Fachliches über Content Marketing und Socialmedia Marketing.

Echt jetzt, Leute. Wir Marketer scheinen in einer riesigen Blase zu hocken. In unserer eigenen Fach-Bubble. Denn diese Bücher lesen wohl nur wir. Aber nicht jene, für die deren Inhalte eigentlich bestimmt sind: das Management, die CEOs, GFs und Entscheider. Ich behaupte: Die Kernaussagen der Literatur sind diesen unbekannt.

Wie sonst lässt es sich erklären, dass zwischen 90 und 95 Prozent der Marktteilnehmer sehr, sehr langsam auf Neuerungen reagieren [siehe Lammenett, S. 37 am Ende dieses Beitrages].

Wie erklärt es sich dann, dass wir Online Marketer in den Unternehmen zuallererst unsere Arbeit bei der Entscheidungsebene bewerben müssen, bevor wir zu arbeiten beginnen. Wir müssen Marketing fürs Marketing machen. Ein Vergleich: Der Tischler “verkauft” sein Werkstück dem Chef, bevor er beginnt, dieses herzustellen. Verrückt!

Wie erklärt sich’s außerdem, dass in jedem Buch über Online Marketing eine Unternehmensstrategie und Unternehmensziele gebetsmühlenartig eingefordert wird? [Eine kleine “Gebetsliste” an Buchempfehlungen findet ihr im Anschluss an meine Sonntagsgrüße.]

Und weshalb haben soviele Online Marketer ein Megaproblem mit einer Strategie und Ziel freien Entscheidungsebene? Die zwingt sie dadurch zu blankem Aktionismus.

Ich kenne Online Marketing Coaches, die seit 2004 den Firmen erklären, was Sache ist. Kämpfen die gar gegen Windmühlen?

Juchee und Vollgas ohne Plan

Klar. Die meisten Firmen haben keine Strategie und keine Ziele. Das wissen wir alle – die wir Studien und Fachliteratur lesen. 😉 Leider wissen’s nicht die Strategielosen und Ziellosen! In zu vielen Unternehmen regieren die Defizite...

  • …in Strategie
  • …bei den Produkten
  • …in der Vernetzung
  • …bei der internen Kommunikation
  • …und der digitalen Kompetenz.

Die Folge, das Management überschätzt sich bei Entscheidungsprozessen. Diesem fehlen die zentralen Informationen zur digitalen Transformation.

Das sind wohl die Windmühlen-Kämpfer. Sie kämpfen gegen maßlose Selbstüberschätzung an.

Und weil es so “schön” ist, hau ich noch einen drauf. Ausgerechnet die Personaler in den Firmen sind die größten … in Sachen Digital. In diesem Betriebshabitat erhalten digitale Kompetenzen der Personaler, deren digitale Kommunikation und digitalisierte Arbeitsprozesse das Prädikat “Seltenheitswert“. Oder wie ich es beim Abschluss unseres Blogprojektes an der Donau Uni formulierte: “Wer das Problem nicht kennt, hat kein Problem.”

Du glaubst das alles nicht? Dann lies hier die Zusammenfassung des Transformationswerk Report 2016; Link zum Report inklusive.

Weshalb ich mich so über diese Fakten aufrege?

Ganz einfach, weil dieses Zögern und Selbstüberschätzen tausende Arbeitsplätze gefährdet. Das ist vor allem bei Firmen in ländlichen Räumen brandgefährlich!

Weil man die digitale Transformation mit sehr, sehr langsamem Reagieren nicht verhindern oder bewältigen kann.

Nein, früher war nicht alles besser! Im Gegenteil, rückwärts gewandtes Denken zerstört die Hoffnung und verhindert das vorwärtsgewandte Handeln für eine bessere Welt.

Mein Vorschlag für die Digitale Transformation

  • Prüft eure Unternehmensstrategie und eure beruflichen Ziele, liebe Entscheider.
  • Macht mal klar Schiff mit Produkten, im Marketing, der IT, beim Personal und den Zielgruppen.
  • Holt euch das Grundwissen, wie im Jahr 2018 richtig gutes Marketing gemacht wird. Und wohin dieser Zug fährt. Und holt euch das nicht von euren Fachverbänden, sondern belegt Workshops und Kurse bei Akademien oder Fachtagungen. Die Fachverbände labern meist nur und wollen euch Beratungsleistung verkaufen.
  • Beobachtet eure Kinder und eure Freunde, auf welchen Kanälen die sich unterhalten. Und zieht eure Schlüsse daraus.

Autsch, deswegen werdet ihr euch mit Snapchat, WhatsApp, Messenger, Facebook, Instagram und YouTube auseinandersetzen müssen, wollt ihr eure Firmen in eine tragfähige Zukunft führen. Wenn eure Firmen keine Zukunft haben, haben eure Kinder auch keine Zukunft. So einfach ist das.

Was wir brauchen, sind mutige Unternehmer, die die Ärmel hochkrempeln und optimistisch die Herausforderungen der Digitalen Transformation annehmen.

In diesem Sinn, hier ein wenig Literatur zum Aufwachen und einen guten Start in die neue Woche.

Erwin Lammenett, Online Marketing Konzeption.

Kerstin Hoffmann, Prinzip Kostenlos.

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Content Marketer, Publizistin und Reisende aus Leidenschaft. Liebt Road-Trips, das Fahren steht im Vordergrund. Bevorzugte Reiselektüre: Thriller auf einsamen Übernachtungsplätzen lesen. Bevorzugte Destinationen: Küstenlandschaften, Weltkulturerbe und Märkte.

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