9 Basics im Online Marketing

Wer in die digitale Welt mit seinem Unternehmen aufbricht, benötigt 9 Basics im Online Marketing. Es handelt sich dabei um Strukturen, Werte und Haltungen in der Führungsebene und dem Management, die sich mit verändern müssen. Diese Bereiche sind die Basis für die ganzheitliche Digitalisierung im Unternehmen.

Ich habe in diesem Beitrag 9 Basics im Online Marketing zusammengestellt, die man auch als “Hausaufgaben” beschreiben kann. Es handelt sich dabei um konkrete, auf deren Erreichbarkeit überprüfbare Unternehmensziele, um die Wahl der richtigen Strategie mit den passenden Methoden sowie genaue Kenntnis der Kundenbedürfnisse. Gleichzeitig beeinflussen diese “Hausaufgaben” auch andere Schlüsselstellen im Unternehmen.

1. Verändere DEINE Einstellung zum Marketing

Früher wurden dem Marketing(-Management) gerne alle operativen Aufgaben zugeschanzt. All das lästige Zeugs mit Grafiker, Agentur, Katalog, Werbematerialien und so weiter. Früher, das war noch vor zehn Jahren. Und weil man ab den 2000ern nicht wusste, wohin mit der Webseite, landete dieses Marketinginstrument zielsicher bei der EDV-Abteilung der Firma. Das war auch die Zeit, als sauberen technischen Lösungen von Webseiten der Vorzug vor einer hohen Usability gegeben wurde.

Heute setzt Marketing ganz woanders an. Die Digitalisierung fordert akademische Qualifikationen bei Marketern, um die Komplexitität des digitalen Marketings und des Data driven Marketings zu verstehen und anwenden zu können. Und den klassischen IT-lern wird Basiswissen des Marketings abverlangt. Die inhaltliche Steuerung der Website obliegt heute dem Online Marketing Management – Stichwort “Content Curation” und “User Experience”.

Aus einer aktuellen Roland-Berger Studie lässt sich schließen, dass als Folge der Digitalisierung eine Aufwertung des Marketings einhergeht. Vom operativen zum strategischen Instrument eines Unternehmens. Die Studie ist als Whitepaper bei SAS unter dem Titel “Die Illusion der Kundenzentrierung. Fünf unbequeme Thesen zum digitalen Marketing” erhältlich.

Fazit daraus, du brauchst fachlich hochqualifizierte Mitarbeiter fürs Marketing, die meist eine akademische Ausbildung besitzen. Wer sich generell schwer tut, Akademiker in seinem Umfeld zu akzeptieren (“Ich kann keine Akademiker anstellen, weil die können mehr als ich”, hört man immer noch, leider.), bekommt über kurz oder lang ein Problem mit der Vermarktung des eigenen Unternehmens. Achtung: Webseite gehört strategisch zum Marketing, nicht in die EDV!

2. Die EDV ist ein Teil des Marketing-Konzeptes

Marketing braucht Daten, und dafür ist die EDV-Abteilung zuständig, diese Daten zu liefern. Was diese nicht angeht, ist, den Datenbedarf des Marketings sowie die Maßnahmen und das strategische Vorgehen des Online Marketings in Frage zu stellen. Ein Phänomen, über das wir im Rahmen unseres Studiums oft diskutierten. Wir scherzten über die “EDV allmächtig”, meinten aber mit Arroganz, Überheblichkeit und geringen kommunikativen und sozialen Kompetenzen konfrontiert zu sein. Es scheint keine Seltenheit darzustellen, dass der EDV Mitarbeiter nach 10 Minuten Besprechung aufspringt und mit den Worten, er habe für den heutigen Tag genug geredet, den Raum verlässt.

Diese Nerd-Masche ist für die strategische und wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens in Zeiten des Data Driven Marketings äußerst kontraproduktiv und kann negative Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis nach sich ziehen.

Als Firmenleitung musst du ganz besonders auf deine EDV achten. Es muss ein Weg gefunden werden, diese Abteilung konstruktiv ins Marketing einzubinden, ohne dass sie das Gefühl hat, übergangen zu werden.

3. Marketing First

Wo die Firma hin will, sollte vom Marketing wesentlich mitbestimmt und gestaltet werden. Ein Thema, mit dem sich Firmen mit traditionellen Entscheidungshierarchien besonders schwer tun. Der Job des Marketings ist es, das Unternehmen produktiv nach vorne zu treiben.

Wenn du Marketingmanager im Unternehmen hast, die selbst das Thema digital entschieden ablehnen und ihre Kunden nicht kennen, Werbe-Maßnahmen auf Vermutungen aufbauen, dann hast du hier Handlungsbedarf.

Übrigens, rund 50 % der Marketer arbeiten ohne Byer Personas. Sie vermuten also nur, was die Kunden wünschen. Das ist in Zeiten des informierten und erwachsen gewordenen Kunden schlichtweg verrückt.

4. Operatives machen andere

Lass dein Marketingmanagement endlich seinen Job tun. Um den Job gut zu machen, musst du dem Marketing Einblick in deine Ziele und Pläne geben. Es einladen, strategisch mitzureden und mit zu entscheiden. Und es muss seinen Aufgaben nachkommen können: Strategisch abstimmen, Daten auswerten und interpretieren, neue Maßnahmen planen, Kundenprofile adaptieren und Byer Personas an die Trends anpassen, Branchentrends beobachten, Monitoring der operativen Maßnahmen, kreative Ideenfindung, Reputation aufbauen,…

Übrigens, die Zeit der Bauchentscheidungen ist vorbei, sagt auch diese oben zitierte Roland Berger Studie. Marketingmanagement muss strategisch arbeiten können! Fürs Operative gibt es Spezialisten wie den SEM-ler, den Socialmedia Officer, den Blogger und Webtexter, den Webmaster, den Assistant, der sich um Grafikaufträge, Messen, Events und Agenturen kümmert, den Pressesprecher etc.

5. Baue Mitarbeiter auf

Lass deine Mitarbeiter Fähigkeiten lernen, die sie in deinem digitalen Unternehmen einsetzen können. Schule sie in den Bereichen, in denen sie zukünftig arbeiten werden.

Erstelle Jobpositionen und Profile für dein Unternehmen, wenn es voll digitalisiert ist. Arbeite an einem Plan dazu (=arbeite an deiner digitalen Strategie).

Du wirst dir diese Spezialisten selber ausbilden müssen, denn es ist leichter, bestehende Ressourcen zu nützen und aufzuwerten, als immer nach neuen Mitarbeitern Ausschau zu halten.

6. Setze auf digitale Strategie

Achtung, da gehört auch das Marketing dazu. Digital betrifft alle Bereiche der Firma: Verkauf, Produktentwicklung, Customer Service, Marketing, Buchhaltung, Kommunikationsprozesse intern und extern, Datensicherung, technische Ausstattung, After Sales, Arbeitszeitmodelle, Jobprofile etc.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen im DACH-Raum haben keine digitale Strategie. In meinen Augen ist das schlichtweg verrückt. Noch verrückter, als Marketing ohne Byer Personas.

Man verschließt die Augen vor dem, was Sache ist, verhindert die Digitalisierung und versucht, alte Strukturen zu bewahren, die längst ausgedient haben.

Manche Manager in Vorreiterpositionen behaupten bereits, dass es diese Firmen in fünf Jahren nicht mehr geben wird. Bitte sei du nicht unter diesen Firmen, weil du auch eine soziale Verantwortung als Arbeitgeber hast. Und, du musst wirklich kritisch dir gegenüber sein, was in deiner Firma in Sachen Digital abläuft.

7. Formuliere konkrete Ziele

…für dein Unternehmen und verfolge diese Ziele mit einer Strategie. Eine Firma ohne Ziele und Strategie ist in Zeiten der digitalen Transformation zum Scheitern verurteilt. Dessen sind sich die Experten heute bereits einig.

Wenn es dir nicht möglich ist, Ziele und eine Strategie zu entwickeln, dann hole dir dafür Hilfe von außen. Übrigens, dafür benötigst du Umsetzer-Typen, nicht Berater. Manager auf Zeit für ein bestimmtes Projekt (Beispiel Ziel ausrichten) sind die Passenden fürs Ziele und Strategie entwickeln. Und das Wichtigste dabei: Bitte bleibe bei deinen Zielen. Wankelmut bringt vielzuviel Unruhe ins Unternehmen und gefährdet nur deren Existenz.

8. Budget und Personal

Sei dir bewusst, dass du deine Firma ins digitale Marketing führen musst. Daran führt kein Weg vorbei. Du kannst die Entwicklung nicht zurückdrehen. Deswegen benötigst du auch ein Budget für die Digitalisierung, das digitale Marketing und die dadurch neu entstehenden Jobs in deiner Firma.

9. Interims, wenn nötig

Hole dir Schlüsselkompetenzen ins Haus. Wie in Punkt 7 schon erwähnt, scheue nicht, interimsmäßig Know How von außen ins Unternehmen zu holen. Sei dir bewusst, dass du in jedem Fall Know How von außen benötigst, weil es diese Spezialisten fürs Digitale Marketing einfach noch nicht so oft und auch nicht überall gibt. Das sind hochqualifizierte Leute, die nicht an jeder Straßenecke zu finden sind.

 

Fazit zu den 9 Basics im Online Marketing

Zum Schluss kann ich dir nur raten:

Es ist völlig in Ordnung, wenn du dich ob der Herausforderungen an die digitale Transformation überfordert fühlst. So geht es nicht nur dir. Mehr als die Hälfte des Mittelstandes in der DACH-Region gibt in Sachen Know How zur Digitalisierung auf. Blickt einfach nicht durch, ist überfordert. Trifft keine Entscheidungen und hofft in Schockstarre, das Thema Digital würde über ihre Köpfe hinwegziehen und sich in Luft auflösen.

Leider dominieren den Mittelstand die “digitalen Nachzügler” und “analogen Bewahrer”. Und damit vergraulen sich diese Firmen jene Spezialisten, die sie am dringendsten nötig hätten, um die digitale Transformation zu stemmen. Denn die haben keinen Bock drauf, bei Unternehmen zu arbeiten, die laufend hinten nach sind und den Sinn des digitalen Marketings infrage stellen.

Wach auf, sei du jedenfalls nicht unter diesen Nachzüglern. Vor allem dann, wenn du weißt, dass du etwas machen musst, mit Facebook, mit der Webseite, mit deiner Werbung, mit dem Umgang mit deinen Kunden, den Abläufen zwischen Vertrieb, Werbung und Kundenservice sowie deinem Marketing. In der Zwischenzeit kannst du diese 9 Basics im Online Marketing nochmal überdenken.

 

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<p>Socialmedia Marketer | Content Marketer und Reisende aus Leidenschaft. Liebt Road-Trips, das Fahren steht im Vordergrund. Bevorzugte Reiselektüre: Thriller auf einsamen Übernachtungsplätzen lesen. Bevorzugte Destinationen: Küstenlandschaften und Weltkulturerbe.<br />
Aktuell schreibe ich an einer Masterthesis über Socialmedia Strategie aus Sicht der Millenials.</p>
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