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Achtsames Schreiben – Echt jetzt? Für mich?

Wie schreibt man eine Rezension über ein Buch, das man nicht bestellt hat? Das den Titel „Achtsames Schreiben“ trägt und ich vom Verlag als dessen Rezensentin ausgesucht wurde? Okaaay…, also wenn’s so sein soll, dann schickt es mir. Ich schau mal rein.

Achtsames Schreiben
Da ist es und ich geb es nicht mehr her, liebe Frau Schneider!

Wenige Tage nach dem Rezensionsangebot hielt ich „Achtsames Schreiben“ von Sandra Miriam Schneider in Händen. Im Duden Verlag erschienen, stand da auf dem Cover. Das deutete auf wertvollen Content hin. Denn ich brütete zu dieser Zeit über der kniffligen Frage, wann ich meine Master-Thesis zu Ende schreiben sollte. Am Abend, nach der Arbeit? Das ging nicht mehr. Zu leer, zu erschöpft, keine Lust.

Also riss ich neugierig die Verpackung des Buches auf, und blätterte, von der Buchmitte ausgehend, nach vor und zurück. Diese Vorgehensweise hatte ich mir schon vor 30 Jahren angewöhnt, um der Bindung eines neuen Buches gerecht zu werden und ein wenig am Papier zu schnuppern. Um es so schonend wie möglich „in Betrieb“ zu nehmen.

Wow! Ein Zeichen!

Während dieses losen Blätterns fiel mein Blick auf ein Kapitel in der Mitte des Buches: „Zeichen der Zeit: Das Wann“ leuchtete mir entgegen. Ups? Liegt hier die Antwort auf meine Frage, wann ich die Master-Thesis zu Ende schreiben soll? Eine Synchronizität, Zeichen – Wann? Ich überflog das Kapitel und las, am frühen Morgen könne man es versuchen, weil klar und frei und ausgeschlafen. Und ein Ritual könne den persönlichen Schreibstil begleiten, ihn angenehm erlebbar machen. Das sei alles nur eine Sache des Schreibtyps, stand da geschrieben.

Der Early Bird in mir schreibt und schreibt und schreibt…

Jetzt ist das schon drei Monate her, dass ich von fünf Uhr Früh an gut zwei Stunden täglich schreibe. Im Morgenmantel, bei einer Tasse frisch gebrühtem Minztee mit einem Schuss Zitronensaft und etwas Rohrzucker (Bio) darin. Die Minze hole ich mir aus dem noch dämmrigen Garten. Und für den Tee kaufte ich mir eine große Tasse, mit Flamingos und exotischen Pflanzen bemahlt. Und nein, es war mir noch nie egal, was ich beim Schreiben in Händen halte, worauf meine Finger tippen. Wie meine Schreibmaterialien beschaffen sind, darauf legte ich bereits als Jugendliche sehr viel Wert. Damals war meine erste elektronische Schreibmaschine (eine Triumph Adler) mein ganzer Stolz, welche vier Jahre später als Opfer meiner Digitalisierung von einem 386er PC abgelöst wurde. Heute sieht mein Schreib-Wie so aus: Computer und das Tablet für unterwegs von der Firma mit dem angebissenen Apfel (alles andere finde ich abstoßend, es angreifen zu müssen), Bleistift 4B für Notizen im Notizbuch von Castelli für unterwegs und zwischendurch, das Diktiergerät immer dabei in der gelben Autorentasche aus Leder, die ich mir am größten Wochenmarkt der Toskana, in Cecina gekauft hatte. Und demnächst gibt’s einen neuen „Apfel“ für daheim. Das ab und an morgendliche intuitive Schreiben, noch im Bett liegend, im großen Tagebuch mit goldenem Füller und Tinte gehört dann auch noch zu mir. Ansonsten wird mit Ballograf geschrieben – vorzugsweise Tintenroller. Zum Nachdenken werfe ich mich auch gerne in Manier des „Mentalist“ auf die graue Ledercouch neben dem Schreibtisch, um den weiterführenden Faden der Story zu erdenken.

Achtsames Schreiben – Eine Sache der Persönlichkeit

Schluss, retour zum Buch – genau diese Erkenntnisse beschreibt die Autorin Sandra Miriam Schneider und ermuntert dazu, sie zu erfahren. Dieses Finden zum eigenen Stil, zum eigenen Schreibtyp. Dieses Gewahrwerden, wie man tickt, was man zum Schreiben benötigt, welche Situationen, Orte und Zeiten die Gedanken freimachen.

„Achtsames Schreiben“ führt durch vier große Kapitel:

  • die Schreibpersönlichkeit
  • die Voraussetzungen für das Schreiben
  • das im Fluss Bleiben
  • der Umgang mit Widerständen

Dazu gibt es Übungen und Experimente, die durch diese vier Kapitel leiten. Immer geht es dabei um Gegenwärtigkeit, Nicht-Bewerten, Nicht-Identifikation, Anfängergeist und Selbstmitgefühl. Damit schärfen wir die eigenen Sinne, unseren Stil und den Selbstausdruck. Und sie stellen die fünf Dimensionen des Achtsamen Schreibens dar, auf die die Autorin des Buches eingangs hinweist, und auf dessen ersten Seiten ich auf meinen Lieblingssatz des Buches stieß:

„Lieben Sie das Spiel mit der Sprache, lieben Sie es, Ihren Stil weiterzuentwickeln, das Schreibhandwerk zu lernen und der Welt Storys und Figuren zu schenken, die es ohne Sie niemals geben würde.“

Wirkt dieser Satz nicht beruhigend auf die Seele, die schreiben will und nach Ausdruck sucht?

Grafisch ansprechend, leicht lesbar

Achtsames Schreiben
Mein „Kochbuch“ fürs Schreiben ist voller Eselsohren. „Achtsames Schreiben“ hat definitiv eingeschlagen.

Die Kapitel und Übungen sind farblich und mit grafischen Elementen gegliedert. Das Buch liest sich flott und ist leicht verständlich geschrieben. Sein Softcover-Einband in Leinenoptik greift sich gut an. Insgesamt hat es etwas von einem Kochbuch – ein Kochbuch zur Entwicklung von Wort-Salaten und Satz-Eintöpfen, von Krimi-Gulasch und Kuchen-Poesie. Meines hat jetzt viele Eselsohren, wegen der vielen guten „Rezept“-Ideen darin.

Die Autorin Sandra Miriam Schneider ist zudem Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, systemische Coachin und gelernte Buchhändlerin. Sie arbeitet in ganz Deutschland als Dozentin für kreatives und literarisches Schreiben. Ihr Schwerpunkt ist die Autobiografie und die Achtsamkeit, verrät der Flappentext. Man findet Schneider in der von ihr gegründeten Literaturschneiderei Berlin (ah, deswegen wohl der Bucheinband in Leinenoptik!). 😉 Ein Blick auf diese Homepage lohnt sich, versprochen!

Für alte und junge Schreibhasen

„Achtsames Schreiben“ lässt selbst alte Schreib-Hasen nicht kalt. Ich empfehle es auch den Profis, nicht nur den Anfängern. Jenen, die aus beruflichen Gründen viel schreiben müssen. Den Bloggern und Social Media-Redakteuren, die immer auf der Suche nach neuen guten Stories für ihr Unternehmen sind. Aber auch den Journalisten und Berufsautoren für Fachmagazine, wegen der Übungen zu den fünf Dimensionen des Schreibens.

Selbstverständlich darf ich „Achtsames Schreiben“ den Neulingen ans Herz legen. Die zu schreiben beginnen, noch unsicher sind, ob sie’s tun sollen – das Buch über die Familiengeschichte, über die persönliche Lebenserfahrung, den Schicksalsschlag. Oder jenen, die einfach mal mit einem Tagebuch beginnen wollen. Sandra Miriam Schneider wird auch diesen Jungautoren eine treue Begleiterin auf ihrem Weg zu einem klaren und gelassenen Schreibstil sein.

Fazit zu „Achtsames Schreiben“

Für mich blieb nach Lektüre dieses Buches nur noch eines zu tun. Ich rief beim Verlag in Berlin an und ließ die Autorin schön grüßen, von deren Webseite ich als Content Marketerin im übrigen schwer beeindruckt bin. Markenkern, Werte, Persönlichkeit, Wording. Alles aus einem Guss! Und ich bat drum, weiter auf deren Liste der Ansprechpartner für die Themen PR, Schreiben, Journalismus etc. zu stehen.

 

Na, Lust bekommen? Hier geht es zum Verlagsshop. Mein „Achtsames Schreiben“ liegt jedenfalls griffbereit auf meinem Schreibtisch. Um zwischendurch hineinblicken zu können, sich die eine oder andere Übung vorzunehmen und am eigenen Feintuning zu arbeiten. Danke, Frau Schneider!

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WERBUNG – Beitrag mit einem Rezensionsexemplar vom Duden Verlag unterstützt.

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